Stachel der Ideen studiengalerie des studium generale
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Von A. N. Whiteheads Abenteuer der Ideen kommen wir zu Benses Anliegen der Öffnung der Kunst gegenüber der Unbestimmtheit des Neuen. Der „Kunstmanager“ Max Bense drückte es poetisch aus: „vielleicht hat jeder seinen Mond, den er zum ersten Mal betritt“.
Durch die studiengalerie wird Ästhetik zur Mitrealität des Lernzusammenhanges und schafft eine Situationsveränderung, eröffnet ein Innehalten in ästhetischer Reflexion. In der Innensphäre des Patios, zu dem die Galerie einen direkten Zugang bietet, kann das Gesehene und Erlebte nachwirken.
Mit der studiengalerie parcours (an wechselnden Orten) können ausgewählte Werke früherer Ausstellungen auch außerhalb des Galerieraums der Volkshochschule Aachen besichtigt und erworben werden.
Zurzeit
12/2012-1/2013 Matthias Straetmans Südsee(t)räume
Ab Dezember bringt Matthias Straetmans mit der Ausstellung "Südsee(t)räume" seine "Tikis" als
"Chilluminaten" mitten in unser Weiterbildungszentrum.
Schon die amerikanischen Künstler Shag und LeRoy Schmaltz machten die Tikis, geschnitzte
Ahnenwächter polynesischer Kulturen, zu geheimnisvollen Moralwächtern, die seit einiger Zeit auch das
Disney-Imperium bevölkern. In der Tiki-Kultur des Atomic Age kann man eine Parallele zur stillen
Autorität des mittelalterlichen Green Man sehen, dessen Kult in die Legenden um Robin Hood mündete.
Matthias Straetmans fügt dem ironische Komponenten hinzu, indem er seine Tikis als eine
widerständige, den Green Men verhaftete Street Art Family präsentiert, die in neuer Gestalt neue
Umgebungen erobert hat.
Past
1/2012 Loredana Nemes Über Liebe
Parallel zur Einzelausstellung im Städtischen Museum Ludwigsburg zeigt die studiengalerie die spannenden Diptychen und Triptychen „Über Liebe“ der international bekannten deutsch-rumänischen Fotokünstlerin Loredana Nemes, deren künstlerischer Weg an der Volkshochschule Aachen begann.
Nemes lässt Männer verschiedener Nationen und Gesellschaftsschichten auf der Straße zum Thema Liebe zu Wort kommen und schafft so Raum für etwas, das sonst nicht an die Oberfläche gelangt. Dabei war die Versuchsanordnung für "Über Liebe" immer gleich: Die Fotografin steht in ihrem Brautkleid, dem Kleid für eine Hochzeit, die nie stattgefunden hat, auf den Straßen von Sibiu, New York, Madrid, Oslo, Berlin und wartet auf einen Mann, den sie fragen will, fragen nach seiner Liebe zu (s)einer Frau. Behutsames Fragen nach der Erlaubnis, ein Foto zu machen mit ihm, dem unbekannten, dem möglichen Mann, und mit ihr, der Braut. Sie nimmt seine Liebesaussage, die später mit ihrem Foto in stille Zwiesprache tritt, auf einem Diktiergerät auf, sie nimmt ihn, seine Gesten und seine Nähe wahr. Bild und Text sind Zeugnisse dieser Begegnungen, die in diese Ausstellung münden; Tondokumente geben die Originalaussagen der Männer wieder.
Loredana Nemes, geboren 1972 in Sibiu (Hermannstadt), Rumänien, studierte in Aachen und lebt seit 2001 als freie Fotografin in Berlin. Mit ihren Projekten »Behind the Curtain«, »Rumänische Gesichter« oder »Under Ground« machte sie sich früh als Fotokünstlerin einen Namen. 2008 entwickelte sie das Projekt »Berliner Männerwelten«, welches die Besucher türkischer Cafés in Berlin zeigt, das der Hatje Cantz Verlag unter dem Titel »beyond« publizierte. Ihre Werke wurden von renommierten Museen in die ständigen Sammlungen aufgenommen.
Die Arbeiten aus dem Projekt »About Love« sind ab dem 1. Juni im Foyer der Volkshochschule Aachen zu sehen und zu lesen (bis September 2012).


Am 29. und 30. September zeigt die studiengalerie die Ausstellung von Loredana Nemes im Rahmen der Aachener Kunstroute 2012 im Gebäude Sandkaulbach 13 (Öffnungszeiten: Sa 11 - 19 Uhr, So 11 - 18 Uhr).
Im Dialog mit der Künstlerin spricht am Samstagabend um 19 Uhr Dr. Adam C. Oellers, stellvertretender Direktor der Aachener Museen, zum Werk von Loredana Nemes.
past
Das Alte Ägypten - Götter, Hieroglyphen, Jenseitsglaube
1/2010 Hans-Wolfgang Müller Schattenreiche
mit Unterstützung des Ägyptologischen Instituts der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Bislang unveröffentliche Reprographien oft surreal anmutender Aufnahmen, die teils in Privatsammlungen vor der Öffentlichkeit verborgene Objekte zeigen, lassen am kundigen Blick des Ägyptologen und Fotografen Hans Wolfgang Müller teilhaben, dessen s/w-Aufnahmen eine große Nähe erzeugen. In der Wahl ihrer Objekte und durch die besondere Ausleuchtung mit dem Skroboskop zeugen Müllers vorwiegend aus den dreißiger und vierziger Jahren stammende Arbeiten von einem tiefen Eindringen in die magischen Aspekte der altägyptischen Kultur.
Eröffnung der studiengalerie
Die Antike – von ariston metron zu optimus modus
2/2010 Hans-Peter Kohlhaas The Time Machine – klassische Beziehungen
Zum hundertsten Geburtstag Max Benses, fünfzig Jahre nach seiner ersten Kunstausstellung im Kontext des studium generale, zeigt die studiengalerie Hans Peter Kohlhaas´ Gedanken zu Kunst, Gesellschaft und Pädagogik, die die Zeichen der Zeit so zu spiegeln scheinen, als wären sie bereits Vergangenheit – auch in seiner ironisierenden Darstellung der Antike (Pandora, Venus, Orion und Commodus) und der ungewollten Verbindung von Kunst und Reklameattacken eher provokant als saturiert, eher mit satirischem Humor als melancholisch. Und doch scheint bisweilen eine (trügerische?) Idylle auf, die mit der „Unwahrscheinlichkeit des Ästhetischen“ (Bense) konfrontiert.
Das Gemälde Gertrude Stein und dokumentarische Vitrinenobjekte erinnern an Benses erste Ausstellung und an die Tätigkeit der Stuttgarter Gruppe und Schule in Fortführung seiner Anregungen und Interessen. Beziehungen zu Aachen gab es durch Beiträge Benses in der Fachschaftszeitung „Aachener Prisma“ und über die Fluxuskünstler, die in Aachen auftraten. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen.
Das Mittelalter: Zwischen Mystik und Universalienstreit
1/2011 Bernhard Listl Das Geschichte
Listl abstrahiert Faltenwürfe und Lichteffekte auf Stoff und verarbeitet Bestandteile typometrischer Zeichen zu kontrastgesättigten Landschaften. Spannung wird erzeugt, indem die Fläche in graphischer Präzision sukzessive mit transparenten, keratinös schimmernden, aber merkwürdig trocken erscheinenden Farbschichten überzogen wird („das Geschichte“), deren stimmiger Farbgeometrie nichtsdestotrotz der Charakter des Spontanen anhaftet.
Die besondere typometrische Ikonizität und die haarfein verdichteten, an den Status des Gewands gemahnenden Effekte trennen die Werke Listls von dem, was den Konstruktivisten Ad Reinhardt für ihn prägend machte und machen erklärlich, warum sich unter den abstrakt expressionistischen und konstruktivistischen Werken Listls auch melancholisch-sublime Stillleben befinden, die in ihrer dunklen Schwerelosigkeit und dem stofflichen Kolorit an den dezenten Surrealismus von Sir Francis Rose erinnern.
Renaissance und Humanismus - Menschenbild als Auftrag
2/2011 Mary Bauermeister Renaissance of Optics
Die studiengalerie zeigte nach der Retrospektive des Wilhelm Hack-Museum Ludwigshafen einen
Ausschnitt aus dem Werk von Mary Bauermeister, Initiatorin der Fluxus-Bewegung und intermediale
Op-Art-Künstlerin. Bauermeister thematisiert, die Perspektive der Betrachtenden miteinbeziehend, mit
poetischen und allegorischen Methoden unsere Beheimatung im Kosmos und die Rolle, welche die
Kunst dabei spielt.
Wie der Philosoph Spinoza in seiner Affektenlehre seine Optik einstellen wollte, um einen unendlichen
Punkt und gleichzeitig die Emotionen mit möglichst vielen Attributen in den Blick zu bekommen, wenn
ihnen eine starke Realität zukommt, sehen wir Mary Bauermeister am Werk, deren Arbeiten die
Einhüllenden der Lichtstrahlen (Diakaustik) mit auffangen. Die bekannteste Werkgruppe ihres Oeuvres, die optischen Kästen, in denen sich Zeichnungen Leonardo da Vincis ebenso wie „bense“ einer Metamorphose unterziehen, spiegeln die Existenz geschliffener Linsen in europäischen Kunst- und Wunderkammern.
Arbeiten von Mary Bauermeister sind Teil der Sammlungen der großen New Yorker Museen (MoMA, Whitney, Brooklyn Museum, Guggenheim) und des Hirshhorn Museums in Washington. Ihre Autobiographie Ich hänge im Triolengitter erschien im September 2011in der Edition Elke Heidenreich.
Die Schüppenhauer Galerie+Projekte Köln, die die studiengalerie bei dieser Ausstellung unterstützte, hat sich auf Fluxus-Künstler spezialisiert und präsentiert außergewöhnliche Werke von namhaften internationalen Künstlern.
Die Ausstellung der studiengalerie war anschließend in der Jubiläumsausstellung der Stiftung Kunst und Recht in der Glashalle des Landratsamtes Tübingen zu sehen.
Ab dem 22.04. ist Mary Bauermeisters Oeuvre übrigens im Frauenmuseum Bonn zu bestaunen.
http://www.frauenmuseum.de/ausstellung_detail.php?ausstellung_id=70&richtung=zukunft&alter_startwert=0
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studiengalerie parcours
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Die studiengalerie im Foyer der Volkshochschule Aachen greift ein Konzept