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40 Jahre politischer Islam - und was das mit uns gemacht hat! Das Jahr 1979 und seine Folgen.

Vorträge mit Diskussion

Vom Jahr 1979 und den Geschehnissen im Nahen und Mittleren Osten sind im Rückblick höchst folgenreiche Entwicklungen ausgegangen; was damals frei nach Goethe noch „hinten, weit, in der Türkei“ passierte, wo „die Völker aufeinander schlagen“, hat in den vergangenen vier Jahr-zehnten in zunehmenden Maße begonnen, auch unser Leben massiv zu beeinflussen. Es gilt einen Weg nachzuzeichnen, von der Ankunft des Ayatollah Chomeini im Februar 1979 in Teheran bis zu verbarrikadierten deutschen Weihnachtsmärkten 40 Jahre später, wo auf Betonpoller jemand ein „Wegen Islam“ gekritzelt hat. Kurz: Es geht um den Aufstieg und Niedergang des Politischen Islam.
1979 fand die Revolution im Iran statt, die zur Gründung der „Islamischen Republik“ führte; im Irak übernahm Saddam Hussein auch offiziell die Macht, um bald darauf mit dem Angriff auf den Iran den Ersten Golfkrieg auszulösen. Das russische Eingreifen in Afghanistan ab Dezember 1979 befeuerte einen Konflikt, der sich ebenfalls zu einem weltweit ausstrahlenden Krisenherd auswachsen sollte. In Afghanistan entstanden die Netzwerke des islamistischen Terrors, die über 9/11 bis hin zum „Islamischen Staat“ führten. Mit der Besetzung der Großen Moschee in Mekka trat Ende 1979 schließlich der Typus des „Jihadisten“ erstmals ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Der Nahe und Mittlere Osten ist mit diesen Ereignissen zur beständigsten Krisenregion der Welt mutiert, die nicht zuletzt aufgrund der Nähe zu Europa Teil unserer eigenen Lebenswirklichkeit geworden ist.
In der Folge des Jahres 1979 kam es zur weltweiten Ausbreitung verschiedener Strömung des Politischen Islams, dabei wurde das Kopftuch zur symbolischen Markierung religiöser Ideologie und ihres Machtanspruches auf die Beherrschung von als muslimisch definierten Gesellschaften, aber auch zum Identitätsmarker für viele Muslime. Mit der Rushdie-Affäre begannen 1989 immer weiter um sich greifenden Diskussionen in westlichen Gesellschaften über Selbstzensur und Appeasement gegenüber Islamisten. Bis heute spielen die damals begonnenen Diskurse rund um Begriffe wie „Islamophobie“ oder „Orientalismus“ eine zentrale Rolle in der zunehmenden Unsicherheit der westlichen Gesellschaft über ihre eigenen Werte und ihr Selbstverständnis.
Das Erbe des Jahres 1979 ist langsam aufgebraucht; mit einer neuen Generation im Nahen Osten verliert der Politische Islam deutlich an Dynamik; gleichzeitig sind die Auswirkungen des Politischen Islam zumal in Europa noch sehr virulent; „Islam“, „Koran“ oder „Scharia“ sind seit Jahren Dauerthemen in bundesdeutschen Talkshows. Ohne „1979“ wäre es nicht dazu gekommen. Ein Rückblick auf dieses Jahr öffnet das Verständnis für fundamentale historische Prozesse, die sich während unserer eigenen Lebenszeit abgespielt haben – und macht deutlich, dass solche Erfahrungen wiederum den Blick für folgende Veränderungen verstellen können. Was also hat das Jahr 1979 mit dem Nahen Osten und mit uns gemacht – und was hat das mit unseren Ängsten und unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt zu tun?
Ein Essay zum Hintergrund: Das Jahr, das die Welt veränderte


Status: Online-Anmeldung möglich

Kursnr.: 192-01050

Beginn: Do., 14.11.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

              Donnerstag, 19-21.00 Uhr

Termin/e: 1

Kursort: VHS, Peterstraße 21-25, Raum 241, Forum 52062 Aachen

Entgelt: 5,00 €

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Datum
14.11.2019
Uhrzeit
19:00 - 21:00 Uhr
Ort
Peterstr. 21-25, VHS, Peterstraße 21-25, Raum 241, Forum 52062 Aachen





Volkshochschule Aachen

Peterstraße 21–25
52062 Aachen
Telefon +49 241 4792-111
Fax +49 241 406023
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